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Strohballen

Mit Strohballen lassen sich auf einfache Weise hochgedämmte, besonders umweltfreundliche behagliche Wohngebäude herstellen. In den USA ist die Bauweise etwa seit 1890 bekannt, in Nebraska setzten Siedler in Ermangelung anderer Baustoffe gepresste Heu- und Strohballen als tragenden Wandbaustoff mit einer Verkleidung aus Lehm und später aus Kalkzementputzen ein. Noch heute sind etliche dieser Bauten bewohnt und in gutem Zustand.

Nachdem sie jahrzehntelang in Vergessenheit geraten waren, hat sich die Verwendung von Strohballen in Amerika seit etwa 1980 wieder verstärkt und weltweit verbreitet. In Kanada, Australien, Russland, China und Europa, praktisch überall werden Getreidestrohballen mittlerweile zu Bauzwecken eingesetzt.

In Deutschland steht die Bauweise noch ganz am Anfang. Erst ca. 35 Strohballengebäude wurden zwischen 1998 und Mittel 2006 errichtet. Dabei ist Deutschland neben den USA und Weißrussland weltweit das einzige Land, dass eine echte bauaufsichtliche Anerkennung für diese Bauweise besitzt.

Gemäß der bauaufsichtlichen Zulassung dürfen Strohballen als ausfachende, nicht druckbelastbare Dämmung in einem Unterstützungsabstand von unter 1 m eingesetzt werden. In der Praxis hat sich hierfür die Ausfachung von gängigen Holzrahmenkonstruktionen bewährt. Die Aussteifung erfolgt über eine Plattenbekleidung oder Diagonalverbände. Die entstehenden Wandstärken von 40-60 cm inkl. Verkleidung liegen im üblichen Bereich hochgedämmter Außenbauteile.

Eigenschaften:

  • beständig gegen Nager, Insekten und Schimmelpilzen bei fachgerechtem Einbau
  • diffusionsoffen
  • normal entflammbar (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102)
  • Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,052 W/(mK) (quer zur Halmrichtung); λ = 0,08 W/(mK) (in Halmrichtung)

Quelle: Spritzendorfer, J. (2007): Nachhaltiges Bauen mit „wohngesunden Baustoffen“; C.F. Müller Verlag, Heidelberg


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